Wir brauchen mehr Wissen über die Vergangenheit! Schülerinnen und Schüler der Herderschule diskutieren mit SPD Chef Friedrich von Mansberg über Erinnerungskultur in Lüneburg

 
 

„Brauchen wir mehr Aufklärung über historische Fakten? Wie kann man heute mit dem Erinnern an die Verbrechen der deutschen Wehrmacht umgehen? Und wie mit denen, die dieses Erinnern noch immer als Angriff auf ‚die deutsche Ehre’ auffassen?“ Solche und ähnliche Fragen hatte ein Geschichtskurs des elften Jahrgangs an der Herderschule vorbereitet, um mit Friedrich von Mansberg, Vorsitzender der SPD in Lüneburg, die aktuelle Debatte um die Erinnerungskultur in Lüneburg zu diskutieren.


 

Die Schülerinnen und Schüler hatten mit Lehrer Thomas Pannach die Auseinandersetzungen um den Gedenkstein für die 110. Infanteriedivision zum Anlass für eigene Recherchen, umfangreiche Diskussionen und eigene Lösungsansätze genommen. Ideen etwa zur Neugestaltung des Umfelds des Gedenksteins und ein neuer erklärender Text wurden im Kurs entwickelt.

„Ich war beeindruckt, als Herr Pannach mir die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler zuschickte. Da wurde sorgfältig recherchiert, abgewogen und differenziert Stellung bezogen“, so fasst von Mansberg seine ersten Eindrücke zusammen. „In unserem 90minütigen Gespräch haben wir dann mit einander eine große Bandbreite an Fragen und Themen diskutiert. Ich habe für die Einrichtung eines Forums Gedenkkultur in Lüneburg geworben, dafür, dass wir mit Sorgfalt und Geduld die kritischen Aspekte diskutieren, möglichst viele auf dem Weg mitnehmen und am Ende gemeinsam zu Entscheidungen kommen.“

Einig zeigten sich die Schülerinnen und Schüler und von Mansberg in der Einschätzung, dass auch problematische Gedenkorte nicht verhüllt oder abgebaut, sondern vielmehr sichtbar gemacht, kritisch beleuchtet und historisch eingeordnet werden müssen. Nur so bestehe auch die Chance, etwas über den Umgang mit Erinnerung in anderen Epochen zu erfahren, so eine Schülerin. Die Jugendlichen plädierten für mehr Aufklärung und Aufmerksamkeit für historische Fakten und Hintergründe. Und Friedrich von Mansberg ergänzt: „Die Auseinandersetzung mit der Geschichte muss immer wieder gesucht werden, denn je mehr wir wissen, desto weniger müssen wir alles glauben, was uns andere erzählen. Mir war der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern schon deswegen wichtig, weil es uns ja um die Gestaltung von Erinnern und Gedenken für die nachfolgenden Generationen geht, gerade in einer Zeit, in der die Zeitzeugen aussterben und wir neue Wege finden müssen, die Erinnerung wach zu halten.“

 


Kommentar schreiben

Netiquette
 

Selbstverständlich beachten wir die Vorschriften des Datenschutzes.
Hier geht es zur Datenschutzerklärung.

Senden
 

Netiquette

Schließen
 

Unsere Internetseite soll eine Plattform für ernsthafte Diskussionen sein, bei dem Toleranz, Offenheit und Fairness zu den Grundprinzipien gehören. Wir begrüßen sachliche und konstruktive Inhalte, die zu einer angeregten Diskussion beitragen und der Meinung anderer Kommentatoren tolerant und unvoreingenommen begegnen. Wird gegen diese Grundprinzipien verstoßen, kann dies zur Löschung von Kommentaren führen.

Um bei uns zu kommentieren muss die eigene E-Mail-Adresse angegeben werden. Selbstverständlich wird diese E-Mail-Adresse nicht veröffentlicht und auch nicht an Dritte weitergegeben. Die Angabe einer falschen E-Mail-Adresse ist ein Verstoß gegen unsere Nutzungsbedingungen. Wir machen daher Stichproben, die dann zur Löschung von Kommentaren führen können. Mit Absenden des Formulars werden unsere Nutzungsbedingungen anerkannt.