Ohne Lesen keine Chance auf dem Arbeitsmarkt

„Lesen und verstehen können, was man liest, das ist der Schlüssel für ein existenzsicherndes Leben“, sagte Muthard Hackbarth, Vorsitzender des am 6.11.2006 gegründeten Vereins Netzwerk für Leseförderung Lüneburg (NLL) zu Beginn seines Vortrages bei der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60plus am Mittwoch, dem 14.11.2007, im Brauhaus Mälzer. Seine zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer waren beeindruckt von der inzwischen erreichten Dynamik und Breite an Kommunikation und Wissensvermittlung für diejenigen, die als Leseförderer tätig sind. Ein seit vielen Jahren tätiger Leseförderer aus Kaltenmoor, selbst Mitglied der Arbeitsgemeinschaft 60plus, schilderte in der anschließenden Diskussion seine überaus positiven Erfahrungen. Das Thema kam so gut an, dass ein anderer fragte, was er tun könne um selbst als Leseförderer aktiv werden zu können.

In Deutschland soll es etwa 4 Millionen Analphabeten geben. Fast ein Viertel (25 %) der deutschen Schülerinnen und Schüler, mehr Jungen als Mädchen, hätten am Ende ihrer Pflichtschulzeit nur minimale Lesefähigkeiten. Sie kämen weitgehend von Haupt- und Sonderschulen. Wer keine Bedienungsanleitung oder Warnhinweise lesen kann, hat so gut wie keine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Wer keine Miet-, Kauf- oder Kreditverträge lesen kann, handelt ständig auf gut Glück. Über die Hälfte der Betroffenen haben einen Migrationshintergrund. Leseförderer leisten somit auch einen nicht zu unterschätzenden Integrationsbeitrag und helfen mit, dass Randgruppen in unserer Gesellschaft nicht weiter wachsen. (Siegfried Kubiak)