Tag der Älteren Generation: Unser Europa-sozial-sicher-gerecht
60 Jahre Frieden in Europa. Wer wüsste das mehr zu schätzen als die Mitglieder der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus. Die haben noch andere Zeiten erlebt. Das soll, ja das darf nie mehr kommen. Deshalb war klar, am Tag der Älteren Generation, am 1. April 2009, gibt es in der Lüneburger Innenstadt eine Aktion zum Kampagne-Motto: Unser Europa-sozial-sicher-gerecht.
Das Wetter zeigte sich von seiner besten Seite. Bei strahlendem Sonnenschein zogen Mitglieder der SPD Arbeitsgemeinschaft 60 plus, angeführt von einem Stelzenmann, durch die Fußgängerzone Lüneburgs. Dazu hatten sie selbst Plakate gefertigt und auf Holztafeln aufgezogen. So spazierten sie durch die Straßen, sprachen Passanten an und verteilten Flyer, in denen sich die niedersächsischen SPD-Kandidaten für die Europa-Wahl am 7.Juni 2009 vorstellen.
Wohin sie auch kamen, sie hatten die Aufmerksamkeit des Publikums. Dafür sorgte Ralf Hutter aus Hamburg, der auf riesen Stelzen voran ging. Mit seiner knallroten Hose und dem Zylinder auf dem Kopf, eingehüllt in die umgehängte Europa-Fahne. Groß und Klein blieb stehen, staunte und viele wurden zum ersten Mal auf die kommende Wahl zum Europa-Parlament aufmerksam.
„Bitte gehen Sie am 7. Juni zur Wahl. Da wird das Europa-Parlament neu gewählt“, war der Appell an die Lüneburger. Die meisten der Angesprochenen nahmen jedoch den Flyer und gingen einfach weiter. Einige blieben stehen und lasen die kurzen Thesen auf den Plakaten. Es gab dennoch auch immer wieder kurze Gespräche. „Von denen kenne ich ja gar keinen“, war mehrfach der Kommentar nach dem ersten Blick auf den Prospekt. Einige winkten aber auch nur ab und gingen schnell weiter. Häufiger als es den SPDlern lieb war hörten sie: „Warum soll ich denn noch wählen, die tun ja doch was sie wollen.“ Oder: „Den Politikern kann man nicht trauen. Darum gehe ich überhaupt nicht mehr wählen.“
Das waren die Gelegenheiten, um auf die große Bedeutung von Europa für uns alle hinzuweisen. Mit Argumenten wie zum Beispiel, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise kein Land allein für sich bewältigen kann, versuchten sie zu überzeugen. Deutschland als Exportland verkauft mehr als 60 Prozent aller Waren in Länder der EU. Europa sichert unsere Arbeitsplätze, war ein anderes Argument. Und: „Wir treten für ein sozialeres Europa ein und fordern einen gesetzlichen Mindestlohn nicht nur in Deutschland sondern in allen europäischen Ländern.“ Aber in erster Linie kam es ihnen darauf an, für eine hohe Wahlbeteiligung zu werben. Das Europa der Staaten brauche ein gestärktes Gegengewicht durch das Europäische Parlament. Davon sind sie überzeugt.
Einen riesen Erfolg hatten sie bei Kindern. Die ließ der Stelzenmann durch seine Füße laufen. Zum Gaudium aller Umstehenden gab es auch den einen oder anderen Erwachsenen, der die Einladung, unter dem Stelzenmann durchzugehen, annahm. Einzelnen machte es so viel Spaß, dass sie sich mit dem Stelzenmann fotografieren ließen. Als alle Flyer verteilt und die mit Herrn Hutter vereinbarte Einsatzzeit um war, meinten die Senioren der SPD-Arbeitsgemeinschaft 60 plus, dass sie sich jetzt einen Kaffee verdient hätten. Der wurde dann im strahlenden Frühlingssonnenschein in einem Straßen-Cafe am Sande auch richtig genossen. (Siegfried Kubiak)