Die angespannte Lage an der Förderschule Am Knieberg bewegt derzeit viele Familien im Landkreis Lüneburg. Vor dem Hintergrund sinkender Unterrichtsversorgung, größerer Klassen und fehlender Förderschullehrkräfte fordert der SPD-Landratskandidat André Schuler ein klares Signal der Politik: Alle staatlichen und kommunalen Ebenen müssen Hand in Hand arbeiten und Verantwortung für diejenigen übernehmen, die die meiste Unterstützung benötigen.

„Wir dürfen die schwächsten Glieder unserer Gesellschaft und ihre Familien in dieser schwierigen Situation nicht allein lassen. Alle Ebenen müssen sich hier in der Pflicht sehen – von der Landespolitik bis hin zum Landkreis vor Ort“, betont André Schuler.

Auch Landkreis in der Pflicht: Zweite Abholzeit um 14:15 Uhr ermöglichen

Ein zentraler Baustein, bei dem der Landkreis unmittelbar handeln kann, ist die Schülerbeförderung. Bislang fehlt es an zusätzlichen Beförderungszeiten, was die betroffenen Eltern im Alltag zusätzlich belastet. Auf Initiative der SPD-Kreistagsfraktion soll der Kreistag deshalb bereits in der kommenden Woche eine konkrete Lösung erörtern: Die Einrichtung einer zweiten Abholzeit, damit die Kinder bei Bedarf verlässlich um 14:15 Uhr von der Förderschule abgeholt werden können. Aktuell müssen alle Schülerinnen und Schüler, trotz möglicher Betreuungszeit seitens der Schule, schon um 13:30 die Schule verlassen.

„Gute Bildung beginnt nicht erst im Klassenzimmer, sondern bereits beim verlässlichen Schulweg. Der Landkreis hat hier eine unmittelbare Verantwortung für die Schülerbeförderung. Mit der zweiten Abholzeit um 14:15 Uhr schaffen wir eine pragmatische, kurzfristige Entlastung für die Familien, die ohnehin täglich vor immensen Herausforderungen stehen“, so Schuler.

Strukturelle Probleme anpacken: Sonderpädagogik-Studium an der Leuphana etablieren

Neben der Entlastung bei der Beförderung sieht Schuler drängenden Handlungsbedarf bei der Lehrkräfteversorgung. Durch Personalabgänge liegt die tatsächliche Unterrichtsversorgung an der Förderschule Am Knieberg derzeit weit unter dem Soll. Um den Lehrkräftemangel in der Region nachhaltig zu bekämpfen, spricht sich Schuler für einen Ausbau des Studienangebots an der Leuphana Universität Lüneburg aus.

„Wir haben im Landkreis und im gesamten Schulbezirk Lüneburg einen enormen Bedarf an Förderschullehrkräften. Bislang gibt es an der Leuphana jedoch keine Möglichkeit, Sonderpädagogik zu studieren. Wer sich in diesem Bereich ausbilden lassen möchte, muss die Region verlassen – und bleibt nach dem Studium häufig in Städten wie Oldenburg oder Hannover hängen. Das ist eine Chance, die wir uns nicht entgehen lassen dürfen“, erklärt der Landratskandidat.

Bis zum Jahr 2030 werden in Niedersachsen laut Prognosen über 3.600 neue Förderschullehrkräfte benötigt. Die Leuphana Universität bietet bereits ein breites Spektrum an Lehramtsstudiengängen an und verfügt über die notwendigen Strukturen.

„Wir müssen die Ausbildung dort stärken, wo die Fachkräfte später gebraucht werden. Ein neues Studienangebot in der Sonderpädagogik würde junge Menschen in Lüneburg halten und unsere Schulen langfristig sichern“, unterstreicht Schuler abschließend. „Verlässliche Infrastruktur vor Ort und eine zukunftsorientierte Bildungslandschaft gehören zusammen – dafür setze ich mich ein.“

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